Trennungszeiten

Ich bin gerade (also zum Zeitpunkt als ich diesen Post schrieb = vor einer Woche) auf dem Weg von Oldenburg nach Berlin. Das wahnsinnig tolle Angebot von FlixBus, die erste Fahrt des Tages für schlappe zwanzig Euro, macht es mir möglich, zum zweiten Mal in diesem Monat on Tour zu sein. Und ich liebe es.

Ja. Während ich vor ein paar Wochen noch wie gelähmt war vor Angst genieße ich es heute, alleine unterwegs zu sein um mich dann irgendwo mit tollen Leuten zu treffen, zu vernetzten, schöne Dinge zu sehen, Neues zu erleben und aus dem Alltag auszubrechen.

Allein sein bedeutet Zeit haben

Ich mag diese Zeit für mich sehr. Ich liebe es, meinen Gedanken grimmig dreinschauend nachzuhängen, zu schlafen, Podcasts oder Musik zu hören, zu lesen, oder, so wie jetzt, an einem neuen Blogpost zu schreiben.

Aber es gibt eine Sache, die ich nicht mag. Ich mag es nicht, von meinem Freund getrennt zu sein. Dieser Monat war, was das angeht, sehr anstrengend für uns beide. Insgesamt bin ich fast vierzehn Tag weggewesen, dass sind wir einfach nicht gewohnt. Wir können es, wie man sieht, aber wir mögen es beide nicht.

Wir sind ein eingeschworenes Team, harmoniesüchtige Kurzzeitstreithähne die sich hinterher wieder in den Armen liegen, wir sind schmusebedürftig und brauchen die Nähe des anderen. Getrennt zu sein ist daher nicht wirklich schön.

Beziehung
Wir, vor ca. 14 Jahren 🙂

Und obwohl es uns beiden so schwer fällt, und meinem Freund sicherlich noch mehr als mir, denn er bleibt zu Hause und somit alleine in unserem Alltag, gibt es ein paar Dinge, die uns helfen auch längere Trennungszeiten (ich rede hier nicht von Fernbeziehungen, sondern von Phasen, in denen man sich mal ein, oder zwei Wochen nicht sieht und für Paare, die seit über zehn Jahren zusammenleben und normalerweise zusammen unterwegs sind, kann das durchaus schon mal schwierig sein) gut zu meistern:

Bleibt in Kontakt Daniel und ich schreiben uns regelmäßig Nachrichten. Das machen wir bereits, seit wir 2007 in Berlin gewohnt haben und uns aufgrund entgegengesetzter Schichtdienste kaum gesehen haben. Durch die Nachrichten hören wir was voneinander und wissen, wie es dem anderen geht. Das hat nichts mit Kontrolle zu tun, sondern mit Austausch. Und wenn der andere sich mal nicht meldet, dann ist das ok, immerhin haben beide etwas zu tun.

Du solltest dies jedoch unbedingt mit deinem Partner absprechen. Es gibt Menschen, die fühlen sich unter Druck gesetzt, genervt oder kontrolliert wenn sie ständig eine Nachricht bekommen oder eine versenden sollen. Und das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Ihr solltet euch beide gut damit fühlen, dann kann das sogar richtig Spaß machen.

Schickt euch Bilder Wenn ich unterwegs bin (aber auch sonst) fotografiere und filme ich sehr viel mit meinem Handy. Besonders schöne Momente schicke ich dann gerne an meinen Freund. So gebe ich ihm die Chance, zu sehen was ich mache und erlebe und zum anderen kann er so ein Stück weit dabei sein. Im Gegenzug bekomme ich dann auch ab und an ein Foto von Daniels Schreibtisch an dem er gerade seine Bachelorarbeit schreibt 😉

Gerne schicken wir uns auch abends vor dem Schlafengehen noch ein Foto. Ja ich weiß, dass ist unglaublich kitschig und auch mehr so eine Sache, die ich gerne mache und zu der Daniel dann genötigt wird 😀 Aber da ich wirklich ohne ihn viel schlechter einschlafe, ist das wenigstens eine kleine Hilfe!

Telefoniert/Skyped miteinander Wenn möglich telefonieren wir tatsächlich täglich, und wenn es nur für fünf Minuten ist. Mal eben die Stimme des anderen hören, fragen, wie es ihm/ihr geht und, um jetzt noch mehr Kitsch in diesen Artikel zu bringen, sich auch sagen, dass man sich vermisst und liebt.

Wenn WLan vorhanden ist, dann skypen wir auch gerne. Das coole daran ist, dass ich Daniel dann auch die Umgebung zeigen kann in der ich gerade bin (als Alternative gibt es ein Video). Und man sieht sich einfach noch mal, was wirklich schön ist. Aber Achtung, dass kann leider akute Vermisserietis auslösen…

Freut euch auf das Wiedersehen Das ist der schönste Punkt. Freut euch auf einander. Wir freuen uns tatsächlich schon nach fünf getrennten Minuten aufeinander. Haha, ja wir sind etwas verrückt, oder eben verliebt 😉

Vielleicht plant ihr ein gemeinsames Abendessen wenn du nach Hause kommst. Oder dein Partner kocht schön für euch. Es gibt da viele schöne Dinge. Mir ist es nur wichtig, dass wir dann Zeit für uns haben.

Mit diesen vier Tipps seid ihr gut gerüstet um eine zeitlang ohne euren Partner auszukommen. Da es für denjenigen, der zu Hause bleibt, allerdings immer etwas schwieriger ist und ihm/ihr die Zeit meistens länger vorkommt als dem Reisenden, hier noch ein Tipp für dich:

Plane deine Tage Du musst natürlich nicht jeden einzelnen Tag komplett durchplanen. Aber ich habe festgestellt, dass auch für mich die Zeit schneller rum geht, wenn ich mich verabrede, Termine habe und weiß, was ich wann machen kann. Einerseits längt es vom allein sein ab, andererseits nutzt du so auch für dich die Tage effektiv!

Partnerschaft

Selbstständigkeit trotz Partnerschaft

Eine Sache möchte ich noch loswerden. Ja, ich bin gerne mal weg, auch ohne meinen Partner und ich darf und kann dies auch jederzeit tun. Dennoch vermissen wir uns und das ist wunderschön. Am liebsten würden wir einfach jeden Abend nebeneinander einschlafen, wir gehen uns nicht auf die Nerven. Das mag durchaus an der Art liegen, wie wir unsere Beziehung führen. Denn auch, wenn es sich gerade etwas anders ließt, so hat jeder von uns stets sehr viel Freiraum für sich.

Und das ist wichtig, mir, uns ist das wichtig. Freiraum in der Beziehung. Eigenständigkeit trotz Partnerschaft. Und dennoch füreinander da sein, kuscheln, reden, sich hören und spüren.

Ich wünsche dir ganz viel Spaß in deinen nächsten Trennungszeiten und hoffe, dass dir diese Tipps ein wenig helfen!

Du hast noch einen weiteren Tipp? Dann ab damit in die Kommentare!

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