Ich habe immer Angst. Angst vor Erwartungen, die ich nicht erfüllen kann. Angst vor Aufgaben, die ich nicht bewältigt bekomme. Oder auch Angst davor, anderen zur Last zu Fallen.

Inzwischen weiß ich ja, dass das alles ein und die selbe Angst ist. Ich habe Angst davor, nicht gut genug zu sein. Es ist schon mal ganz nett, dies zu wissen, doch wirklich weiterhelfen tut mir diese Erkenntnis nun auch nicht.

Obwohl ich weiß, dass jedes Angstgefühl auf diesen Glaubenssatz zurückzuführen ist, ist die Angst noch da und ich bekomme sie nicht weg, nicht mal gelindert. Sie ist genauso präsent wie immer.

Und trotzdem, obwohl sich scheinbar gar nichts geändert hat, bin ich anders.

Das sich Dinge verändern habe ich daran gemerkt, dass ich plötzlich die Bereitschaft gezeigt habe, mich meinen Ängsten bewusst zu stellen. Da war zum Beispiel die Fahrt nach Hamburg, verschiedene Gelegenheiten, für meine Interessen einzustehen, meine erste Yoga-Probestunde oder ein Rollenspiel im Rahmen einer beruflichen Fortbildung in der vergangenen Woche.

Das alles sind Dinge, die ich vor einigen Monaten nicht mal im Traum getan hätte. Und jetzt? Jetzt höre ich mich „ich“ antworten auf die Frage, wer beim Rollenspiel eine Rolle übernehmen würde. Ich sehe mich Bustickets nach Hamburg oder Berlin buchen, fühle mich stark genug meine Interessen zu vertreten oder lasse mich auf eine spontane Reise am anderen Ende Deutschlands ein mit Menschen, die ich erst ein paar Mal gesehen habe.

Glaubenssätze

Das was ich tue ist, meine eigene Komfortzone zu verlassen. Dieser Prozess ist beängstigen wichtig und wunderschön zu gleich und deswegen möchte ich dir heute ein paar Tips mit an die Hand geben, wie auch du es schaffen kannst, deine Komfortzone Schritt für Schritt zu verlassen!

Triff eine bewusste Entscheidung: Bist du, wirklich, bereit dazu, deine Komfortzone zu verlassen? Ängste anzugehen? Neues auszuprobieren? Sich ganz bewusst dafür zu entscheiden aus sich heraus zu gehen und an seinen Unsicherheiten zu arbeiten ist meiner Meinung nach der erste wichtige Schritt. Wenn du für dich wirklich die Entscheidung getroffen hast, dich auf Dinge einzulassen, die dir Angst machen, dann wirst du auch anfangen, ganz unbewusst, dich für entsprechende Situationen zu öffnen.

Geh es langsam an: Nur weil du nun die Entscheidung zur Bereitschaft getroffen hast, heißt das noch lange nicht, dass du morgen bereits zum ersten mal diene Komfortzone verlassen musst. Lass dir Zeit damit. Mach dir bewusst, dass langsam bedeutet, dass du einen Schritt nach dem anderen gehst. Beginne nicht gleich mit deiner allergrößten Angst. Suche dir kleinere, leichtere Aufgaben für den Anfang und steigere dich nach und nach.

Setz‘ dich nicht unter Druck: Es bringt überhaupt nichts, wenn du dich unter Druck setzt. Wachstum und Lernen funktionieren nicht unter Druck. Alles braucht seine Zeit. So abgedroschen das auch klingen mag, es stimmt. Also entspann dich und wenn du nach drei Monaten nur einmal mit einer kleinen Sache deine Komfortzone etwas ausgedehnt hast, dann ist das nicht schlimm. Die nächste Gelegenheit wird sich dir schon zu erkennen geben und wenn du dann bereit bist, dann nutz die Chance.

Erkenne deine Erfolge an: Ganz wichtig, feiere dich selbst. Erkennen an, dass du durch eine Angst gegangen bist. Red es nicht klein nur weil es für andere kein großes Ding ist. Für dich ist es das, sonst hättest du es schon immer gemacht. Mach dir bitte unbedingt bewusst, dass du gerade großes für dich geleistet hast. Sei stolz auf dich!

Angst überwinden

Mir machen Rollenspiele, meine Meinung vertreten und alleinige Fahrten in andere Städte immer noch Angst. Doch es gibt inzwischen Tage, da kann ich diese Angst überwinden und mich einfach auf das Abendteuer hinter der Angst einlassen. Ich bin bereit neue Erfahrungen zu sammeln und unglaublich dankbar mir selbst gegenüber.

Ich habe lange überlegt, was für Hilfestellungen ich dir mit an die Hand geben kann. Menschen mit vielen Ängsten wissen, wie schwer es wirklich ist sich bewusst auf eine Angst einzulassen. Wegzurennen ist so viel einfacher…

Die vier genannten Tips sind die Dinge, die ich mache. Ich habe immer noch Angst. In zwei Wochen fahre ich alleine nach Berlin. Mir geht, entschuldige bitte, der Arsch auf Grundeis. Und dennoch freue ich mich schon jetzt auf das irre Gefühl, das sich einstellen wird wenn ich es geschafft habe!

Welche Tips hast du, um die eigene Komfortzone zu verlassen und sich seinen Ängsten zu stellen? Teile sie gerne in den Kommentaren mit mir!

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