Mindset

Einfach mal eben ein bisschen hier umdenken, ein bisschen da Sonnenschein ins Leben holen und schnell mal ein paar alte Glaubenssätze auflösen und gut ist. Wer sich das unter persönlicher Weiterentwicklung vorstellt, den muss ich leider enttäuschen.

Im September 2016 traf ich die Entscheidung, endlich, mit 31 Jahren, an mir, meinen Problemen, meinen Einstellungen und meinen Zielen zu arbeiten. In dem Post „Sieben Gründe für meine persönliche Weiterentwicklung“ habe ich meine genauen Beweggründe, also die Auslöser dafür bereits genauer erläutert. Ob ich damals schon wusste, was da genau auf mich zukommen würde? Nein, absolut nicht.

PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG IST ARBEIT

Am Anfang war alles noch ganz easy. Ich meditierte jeden Wochentag noch vor der Arbeit und arbeitete mich langsam in die verschiedenen Bereiche ein indem ich Podcasts hörte und hier und da ein bisschen was im Internet laß. Wie ich genau gestartet bin, kannst du auf meiner About Me – Seite nachlesen.

Ganz automatisch bin ich dann tiefer und tiefer in die Materie eingedrungen. Ist ja ganz klar. Es ist wie mit neuem Lernstoff in der Schule oder im Studium. Am Anfang verstehst du nichts, aber je mehr du dich mit dem Thema beschäftigst, umso mehr Verbindungen entstehen mit dem, was du schon weißt und umso interessanter wird das Ganze auch.

Ich habe also einfach alles aufgesogen, was ich finden konnte. Schau mal in meine Empfehlungen, wenn du nach neuen Quellen für deine Weiterentwicklung suchst.

EIN SCHLEICHENDER PROZESS

Es ist ein bisschen so, also würdest du nach einer unruhigen Nacht aufwachen und merken, dass du von den letzten Tagen wirklich schon ganz schön viel von deinem Lernstoff im Kopf hast. Einfach so, quasi ohne das du großartig was getan hast (ok, beim Lernen für die Schule oder Uni muss man leider meistens doch richtig was tun…).

Was ich damit sagen will: Irgendwann merkst du, dass du dich veränderst oder bereits verändert hast. Das kann in einer Situation sein in der du plötzlich ganz anders agierst als noch vor wenigen Wochen. Oder du merkst es an deinen Antworten und Reaktionen in einem (schwierigen) Gespräch. Vielleicht schaffst du es aber auch gerade ohne große Anstrengung, eine neue Gewohnheit in deinen Alltag zu etablieren, die du dir schon so lange erfolglos versucht hast anzueignen. Du wirst es irgendwann merken.

Und wenn du es merkst, dann geht’s erst richtig los.

Selbstvertrauen

UND PLÖTZLICH BIST DU ANDERS

Meine Gespräche laufen heute anders ab. Erst letztens hatte ich ein kleines Krisengespräch mit meinem Freund. Ich fühlte mich bei einer bestimmten Sache von ihm allein gelassen und machte ihm, ganz meinen alten Mustern folgend, Vorwürfe.

Nachdem ich mir Luft gemacht, meinen Freund total frustriert und erst mal, typisch Mädchen halt, eine Runde geheult hatte, fing ich an, mich und meine Worte mehr zu reflektieren. Ich entschuldigte mich, gab vor dem nächsten Vorwurf einen Hinweis darauf, dass mir gerade bewusst ist, dass ich jetzt unfair bin und wies in darauf hin, wenn er mich mit seinen Worten auf der Beziehungsebene traf.

Ohne das mein Freund groß etwas zu alledem sagte, bemerkte ich, dass es eigentlich gar nicht um diese eine bestimmte Sache ging. Und noch weniger ging es um ihn. Es stellte sich für mich heraus, dass es, wie sooft, meine eigene Angst ist, die mich verärgert.

In diesem einen Gespräch ist so viel passiert, dass ich es kaum alles wiedergeben kann. Aber ganz klar aufgefallen ist, dass ich meine Gespräche inzwischen anders führe. Ich reflektiere mich, meine Gedanken und Worte. Ich kann mich entschuldigen, Dinge gerade rücken und meine Empfindungen besser erläutern.

Ein weiteres Beispiel: Gerade heute (13.03.2017) saß ich mit meiner Kollegin zusammen und wir unterhielten uns während der Pause über den Bevölkerungswachstum. An einem bestimmten Punkt sprach sie etwas aus, was ich komplett anders sehe. Sie wusste bis dahin aber nicht, wie ich darüber denke.

Bisher hätte ich einfach genickt und so etwas wie „genau“ gemurmelt und mir meine Sache dazu gedacht. Aber nicht heute. Es schoss wie Adrenalin durch meinen ganzen Körper und ich hörte mich kräftig und bestimmt sagen „Nein! Da bin ich absolut anderer Meinung als du. Das sehe ich komplett anders.“ Nach einem kurzen Schockmoment auf beiden Seiten des Gesprächs begann ich dann, meine Meinung mit Argumenten zu begründen.

Es ging nicht darum, sie zu überzeugen und sicherlich habe ich das auch nichts. Aber ich konnte meine Sicht der Dinge einfach nicht für mich behalten. Für dich mag so etwas nichts besonders sein. Für mich ist das jedoch komplett neu.

Ich bin jetzt anders. Ich denke, handle und fühle anders. Plötzlich stehe ich ein für das, was mir wichtig ist. Inzwischen hinterfrage ich immer mehr, auch stärker mich selbst. Und, und das ist die größte Veränderung, ich arbeite tatsächlich an den Dingen, die sich nicht mehr gut anfühlen.

SEI DIE VERÄNDERUNG DIE DU DIR WÜNSCHST

Es gibt da so ein schönes Zitat von Mahatma Gandhi:

„Be the change you wish to see in the world.“

Wir können nicht unser ganzes Leben lang darauf warten, dass sich die Welt verändern. Es wäre schön blöd von uns, wenn wir einfach still halten und hoffen würden, dass das Leben, die Politiker, die Banken, der Arbeitgeber, einfach alle anderen Menschen endlich netter zu uns werden.

Wenn du möchtest, dass sich etwas in deinem Leben verändert, dann musst genau du genau dafür losgehen.

Nein, natürlich kannst du nicht alles von heute auf morgen verändern. 50.000€ Schulden bei der Bank aber von einem Nomadenleben überall auf der Welt träumen? Passt so nicht gut zusammen. Heißt das, dass du dein Ziel nie erreichen kannst? Nein verdammt! Nur eben nicht sofort. Nicht schon heute oder nächsten Monat.

Persönlichkeitsentwicklung

WAS WIR BRAUCHEN IST ZEIT

Bisher habe ich keines meiner Ziele erreicht. Mein Leben ist weder deutlich einfacher noch wirklich schöner geworden. Nach außen hin hat sich eigentlich kaum etwas getan. Glaube ich zumindest. Aber alles was zählt ist, das sich in meinem Inneren gefühlt bereits eine ganze Welt verändert hat. Und was hat es mich gekostet? Nichts. Das einzige, was ich bisher wirklich investieren musste, war Zeit.

Ja ich weiß, gerade Zeit ist das, was wir oft zu wenig haben. Aber ich bin überzeugt davon, dass sich jeder die Zeit nehmen kann, die notwendig ist um Schritt für Schritt eine Veränderung in Gang zu bringen. Vielleicht keine drei Stunden am Tag. Aber wenn du es willst, dann wirst auch du hier und da ein paar Minuten finden, die du nutzen kannst, um dein Leben zu verändern.

GLAUB DARAN

Inzwischen glaube ich daran, dass ich meine Ziele erreichen kann und mich täglich dem Leben annähere, das ich wirklich leben möchte. Natürlich gibt es Tage, da stelle ich alles, ganz besonders mich selbst, in Frage. Ich falle genau wie jeder andere oft in alte Muster zurück. Der Unterschied zu früher ist nur, dass ich es inzwischen bemerke.

Wie du weißt habe ich auch immer wieder schlechte Tage. Und obwohl ich meine alten Muster inzwischen erkenne schaffe ich es nicht immer mich aus meinem Tief herauszuholen. Umso stärker bin ich dann aber, wenn es mir gut geht. Denn dann konzentriere ich mich auf all das, was ich bereits erreicht habe und noch mehr auf die Dinge, die ich noch erreichen möchte.

Glaub an dich! Glaub an das, was dir wichtig ist! Und glaub daran, dass auch du Dinge verändern kannst.


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