Eigenverantwortung

Erinnerst du dich noch daran, dass ich dir mal erzählt habe, dass wir zu 100% für unser Leben verantwortlich sind? Ich hatte damals den Artikel schon mit den Worten abgeschlossen, „Wenn du jetzt glaubst, dass mir das Ganze leicht fällt, dann kann ich dich beruhigen. Nein, das tut es nicht. Ich find es schwer, vor allem, weil ich einfach ganz oft nicht an die Möglichkeit denke, meine Wahrnehmung verändern zu können.[…]“. Auch heute geht es mir noch so. Immer wieder vergesse ich, mich bewusst dafür zu entscheiden, mich anders zu fühlen, anders zu denken.

ICH BIN EINE SCHISSBÜCHSE…

Heute ist ein Tag, an dem ich es geschafft habe. Ich wäre eigentlich für den Nachmittag verabredet gewesen und wollte mit einer Freundin zu einer Yoga-Probestunde gehen. Aus irgendeinem Grund hatte ich bereits nach dem Aufwachen das Gefühl, dass sie mir absagen wird und leider war es dann auch so. Natürlich wurde bei mir direkt ein Schalter in den Pissed-off-Modus umgelegt und ich hatte innerhalb von Sekunden schlechte Laune.

Ich war enttäuscht. Seit Tagen freute ich mich auf diesen Nachmittag und nun schien alles ins Wasser zu fallen. Das ich in diesem Moment anders denken, anders fühlen und vor allem auch anders handeln konnte war meilenweit entfernt. All die Verantwortung für mein Befinden übertrug ich in diesem Moment meiner armen Freundin, die zum einen natürlich absolut nichts dafür kann wie ich mich fühle und zum anderen sicherlich auch viel lieber mit mir zu diesem Termin gegangen wäre als absagen zu müssen…

Selbstachtsamkeit

Mir ist nicht mehr ganz klar, wie es geschah, aber irgendwann schlich sich ganz heimlich die Überlegung ein, dass ich ja auch einfach alleine gehen könne. Wollte ich dieses Jahr nicht eh meine Ängste anpacken und mehr erleben? Und nun bot sich endlich mal wieder eine Gelegenheit. Als mein Freund dann auch noch meinte, dass ich doch auch einfach trotzdem gehen könne, entschied ich mich, genau das zu tun.

ICH WAR ENTTÄUSCHT…

Leider bin ich eine absolute Schissbüchse. Es ist ja nicht so, als würden nun hundert komische Szenarien vor meinem inneren Auge ablaufen was da alles passieren könnte. Es ist einfach so ein blödes Gefühl. Neue Situation, fremde Leute, unbekannter Ort, totales Neuland halt. So etwas macht mich immer nervös und meine Freundin hätte mir einfach Sicherheit gegeben.

Yoga

Doch mit der Entscheidung, den Termin alleine wahrzunehmen kam auch die Erinnerung daran zurück, dass ich zu 100% alleine für mein Befinden verantwortlich bin. Also arbeitete ich an meinen Gedanken, woraufhin ich mich auch besser fühlte. Ja, die Angst, bzw. Nervosität war da, dass kann ich einfach nicht leugnen. Aber ich spürte tatsächlich auch Vorfreude. Und ich entschied mich, die Angst anzunehmen. Sie ist ein großer Teil von mir, ich kann sie nicht weghassen und ich will es auch gar nicht mehr.

Inzwischen bin ich meiner Freundin dankbar, denn durch ihre, unfreiwillige, Absage durfte ich mal wieder etwas über mich lernen und mir selbst bewusster werden. Ich konnte Selbstachtsamkeit betreiben und das ich ein großes Geschenk! Und ich hatte eine sehr schöne allererste Yoga-Stunde 🙂


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