grübeln

Oft lese oder höre ich, dass unsere Gedanken unsere Realität erschaffen. In einigen Bereichen kann ich dieser Aussagen ein Stück weit zustimmen, in anderen Bereichen dagegen nicht annähernd. Und dennoch, obwohl ich dieser Aussagen sehr skeptisch gegenüberstehe, ertappe ich mich dabei, wie ich manche Ereignisse rückwirkend sehr eindeutig dieser Theorie zuordnen kann.

Ich möchte heute gerne ein Erlebnis vom vergangenem Wochenende mit dir teilen. Wenn du meine Instagram-Stories verfolgst, dann hast du mitbekommen, dass ich am Sonntag von einer siebentägigen Seminarreise aus Würzburg zurückgekommen bin. Mit einer Kollegin zusammen sind wir im Firmenwagen unterwegs gewesen. Das Auto, ein VW-Bulli, fahre ich nun seit November und bisher schnurrte er immer wie ein kleines Kätzchen, absolut verlässlich und toll zu fahren.

Aus irgendeinem Grund (sind wir mal ehrlich, der Grund ist meine Angst) habe ich mir in der Woche vor Abreise Gedanken gemacht, was ich tun soll, sollte der Bus unterwegs den Geist aufgeben. Auch meine Kollegen, die seit etlichen Jahren hier arbeiten, konnten mir nicht wirklich eine Antwort geben. Mit dem Gedanken „ach, wird schon gut gehen, und notfalls bin ich ja auch im ADAC…“ schob ich meine Sorgen beiseite.

Am Montag sind wir richtig gut und staufrei durchgekommen und waren tatsächlich überpünktlich am Seminarort. Sonntagmorgen dachte ich dann, ob wir wohl wieder so ein Glück haben werden und mir fiel ein, dass ich auf der Hinfahrt einige Staus in Gegenrichtung gesehen habe… Ich zweifelte also daran, dass wir schnell und entspannt nach Hause kommen würden.

Auch fiel mir wieder ein, dass ich die lange Fahrt doch ziemlich belastend für meine Konzentration, meinen Rücken und mein rechtes Schienbein fand. Ich war insgesamt nicht sonderlich scharf darauf, zurück zufahren (aber ich freuet mich wie Bolle auf zu Hause!)

Nach knapp 50 Minuten geschah dann, was nach all diesen negativen Vorahnungen und Gedanken passieren musste. Der Wagen gab den Geist auf, ich konnte mitten auf der Autobahn den Gang nicht mehr wechseln. Zum Glück konnte ich den Bus noch sicher auf einen Rastplatz parken.

Um das Ganze nun einmal abzukürzen: Drei Wartestunden später wurden wir vom ADAC-Pickup-Service abgeholt. Knapp sieben weiter Stunden später (dank LKW-Tempo-Limit von 80km/h) war ich endlich zu Hause…

Reflektierend stellte ich irgendwann fest, dass es nicht wirklich überraschend war, dass wir nun per Abschlepper nach Hause gebracht wurden. Ich hatte bereits weit im Vorfeld eine Panne vorhergedacht und meine negativen Gedanken am Abreisetag taten dann wohl ihr übriges. Ich wollte nicht fahren und dank der Panne musste ich es nun auch nicht mehr.

nachdenken

Egal, ob unsere Gedanken nun wirklich maßgeblich unsere Realität bestimmen oder nicht, sie tun uns nicht gut. Und daher möchte ich dir drei Tipps mit auf den Weg geben, um dich nicht verrückt zu machen:

Denke nicht zu viel nach: Ich hätte mir weniger Gedanken machen sollen. Gedanken bringen mich nicht weiter. Jeder Gedanke ist reine Illusion. Er ist nicht wahr, noch nicht real und du weißt auch nicht, ob er jemals real wird. Das einzige, was wir durch zu viel Nachdenken erreichen ist, dass wir nicht mehr im Hier und Jetzt, sondern in der Vergangenheit oder in der Zukunft hängen. Und ganz gleich, ob unsere Gedanken nun unsere Realität und unser Erleben maßgelblich mit gestalten oder nicht, sich Sorgen zu machen bringt ungute Gefühle und diese wiederum werden uns immer negativ beeinflussen (abgesehen von den Momenten, in denen sie uns schützen). Also, komm raus aus deinem negativen Gedankenkarussel. Konzentriere dich auf das Jetzt, das Hier. Lenk dich ab, höre Musik, mache Sport. Stoppe ganz bewusst den Kreislauf in deinem Kopf!

Wenn du doch denkst, dann kenne die Lösungen: Gut, ich kenne die Tips und dennoch habe ich ständig irgendetwas negatives bezüglich der Fahrt gedacht. Ich bin nicht aus diesem Kreislauf rausgekommen. Mich hat das irre gemacht, denn leider bin ich ein Mensch, der sich aufgrund seiner Ängste sehr viele Sorgen macht. Und die Sorgen fressen mich so lange auf, bis ich annähernd akzeptable Lösungen parat habe. In diesem Fall meine Mitgliedschaft beim ADAC. Also, wenn du deine Gedanken nicht stoppen und nicht aufhören kannst, dir Sorgen zu machen, dann arbeite an Lösungen. Ändere den Fokus vom Problem auf die Lösung. Sei Lösungsorientiert so oft es geht. Und wenn du selbst keine Idee hast, dann frag einfach mal deine Freunde oder Kollegen. Im Kollektiv sind wir unfassbar stark und kreativ!

Bleibe entspannt: Egal was du tust – mach dich nicht verrückt! Ja, das ist ganz einfach gesagt von mir und sicherlich hast du bemerkt, dass ich ganz und gar nicht entspannt war. Aber ich wurde in der Woche in Würzburg mehrfach daran erinnert, dass ich eh nichts machen kann und das Grübeln schon mal gar nichts ändert. Ungelogen, immer, wenn ich es geschafft habe, die Situation als gegeben anzunehmen, habe ich mich für Lösungen geöffnet und konnte viel einfacher mit dem Problem umgehen. Also, entspann dich. Und nochmal, höre Musik, mache Sport, iss ein Eis, meditiere, was auch immer dir hilft, tu es!

negative Gedanken

Mein wichtigstes Learning in dieser Woche: Entspann dich und alles wird irgendwie einfacher!

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