Gewohnheiten

Warum scheitern wir so oft bei dem Versuch, neue Gewohnheiten aufzubauen?

Wie oft ich schon versucht habe, irgendetwas an mir zu verändern, ich kann es gar nicht mehr zählen… Frustriert, erschöpft und sogar wütend habe ich immer und immer wieder aufgegeben. Vieles habe ich letztendlich sein gelassen, anderes tatsächlich vergessen und manches einfach immer und immer wieder in Angriff genommen. So eine verdammte Gewohnheit muss sich doch verändern lassen.

Was ist nur so schwer daran, heute anders zu sein als gestern?

Eine wirkliche Antwort kann ich dir noch nicht geben. Denn ich erforsche das Ganze gerade noch, und zwar an mir. Aber in den letzten Monaten ist mir doch so einiges aufgefallen und da ich mich bereits verändert habe und immer noch dabei bin, mich weiter zu verändern denke ich, ist dies ein guter Zeitpunkt, die ersten Ergebnisse einfach mal zusammenzufassen:

Konditionierung: 

Wir lernen von Klein auf auf gewisse Reize in irgendeiner Art und Weise zu reagieren. Mit der Zeit sind die Verknüpfungen zwischen den Reizen und unseren Reaktionen fest verankert und laufen ganz automatisch, sogar unbewusst ab.

Es macht Sinn, das eigene Verhalten hier hingehend einmal zu beleuchten. Wo sind deine Konditionierungen? Wann reagierst du mit einem Verhalten, dass dir nicht gefällt?

Für mich war das ein klarer Augenöffner. Ich habe beispielsweise in meiner Kindheit gelernt, dass Probleme und Schwierigkeiten, also stressige Situation, beim Essen besprochen werden. Wenn ich heute Stress empfinde oder vor einem Problem stehe, dann will ich etwas essen und zwar sofort. Im Klartext heißt das, dass ich immer, wenn ich etwas als anstrengend empfunden habe, zu FastFood und Süßkram gegriffen habe.

Das Gute an Konditionierungen ist, dass wir sie bewusst ändern können. Ich bin selbst noch dabei, aber sobald ich den Dreh raushabe, werde ich dir sagen, wie du am besten vorgehen kannst.

Unter Konditionierung versteht man in der Lernpsychologie Formen des Lernens von Reiz-Reiz-Assoziationen bzw. Reiz-Reaktions-Assoziationen (Stimulus-Response-Lernen) durch wiederholte Koppelung von Reizen. Man unterscheidet zwei Grundtypen der Konditionierung: die Klassische Konditionierung, die ausgelöstes (reflektorisches) Verhalten betrifft (der lernende Organismus hat keine Kontrolle über den Reiz und die von ihm ausgelöste Reaktion), und die Instrumentelle bzw. Operante Konditionierung, die ursprünglich spontanes Verhalten betrifft, das je nach der dem Verhalten folgenden Konsequenz zielgerichtet wird. ©Wikipedia 

Glaubenssätze: 

Hach, eines meiner verhassten Lieblingsthemen. Positive Glaubenssätze sind unheimlich stärkend und beflügelnd. Aber die negativen…. Auch hier gilt, finde erst einmal heraus, welche Glaubenssätze du in dir trägst.

Ich fand und finde es immer wieder erstaunlich wie krass meine Glaubenssätze mich beeinflussen. Dank Stefanie Stahl und ihrem Buch Das Kind in dir muss Heimat finden weiß ich inzwischen immer besser über diese kleinen Biester Bescheid. Leider habe ich es bisher aber noch nicht geschafft, meine negativen Glaubenssätze umzukehren. Ich arbeite daran!

Fokus: 

Wie wichtig der richtige Fokus ist habe ich inzwischen gelernt. Wenn ich mich immer nur mit anderen Menschen, die besser sind als ich, vergleiche, dann richte ich meinen Fokus auf meine Schwächen, also auf etwas Negatives. Das kann mich nicht stärken und wird mir niemals helfen, Gewohnheiten zu verändern.

Also habe ich trainiert, meinen Fokus auf positive Dinge in meinem Leben und an mir zu lenken. Ich habe angefangen, zu schauen, was ich an mir hübsch finde obwohl ich stark übergewichtig war. Ich habe, statt die Wolken zu sehen, mich auf den nächsten Sonnenschein gefreut.

Schaffe ich es mal wieder nicht, eine neue Gewohnheit durchzuziehen, dann versuche ich (gelingt mir natürlich auch nicht immer), mich auf das zu fokussieren, was geklappt hat: Drei Tage keine Fingernägel gekaut – supi! Fünf Tage hintereinander drei Liter Wasser getrunken – hurra! Zwei Mal die Woche Laufen gewesen und Yoga gemacht – mega!

Wenn es einmal geklappt hat, kann es auch wieder klappen. Aber nur, in dem ich mich auf das Schöne konzentriere. Wenn ich mich wieder mal für mein Versagen verurteile, dann wird das nichts!

Mindset: 

Alles steht und fällt mit unserer Einstellung. Wie bist du drauf? Wo ist dein Fokus? Was willst du wirklich?

Als jahrelanger Super-Pessimist weiß ich wie schwer es ist, sich zu verändern. Aber es geht, glaub mir. Inzwischen bin ich ganz selten im Pessimisten-Modus. Ich gehe sogar schon meinen Arbeitskollegen und meinem Freund mit meiner ständig positiven und verständnisvollen Art auf die Nerven 🙂

Das Mindset lässt sich nicht einfach so verändern, ich arbeite auch immer noch daran. Was mir geholfen hat waren neben den Themen Konditionierung, Glaubenssätze und Fokus vor allem Dankbarkeit, Meditation und Selbstliebe.

Gewohnheiten zu verändern ist Arbeit

Ich will hier gar nichts schön reden, wenn wir uns verändern wollen, müssen wir uns anstrengen, wir brauchen Disziplin und Durchhaltevermögen. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich inzwischen, dass es viel leichter funktioniert, wenn wir mit Hilfe der persönlichen Weiterentwicklung etwas Vorarbeit leisten.

Was denkst du, warum ist es so schwierig für uns, unsere Gewohnheiten zu verändern? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

 

One thought on “Vier Faktoren die unsere Gewohnheiten beeinflussen”

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