Feind im Kopf

„Schreib nichts. Du kannst es doch eh nicht. … Ach komm, hör auf mit dem Gejaule und hau einfach in Sack, so wie sonst auch. Denn darin bist du gut. Wirklich gut! Deinen Blog wird eh nie jemand wirklich lesen. Oder aber, und das gefällt mir an dir ja immer am Besten, du gibst mal wieder kurz vorm Ziel auf aufgrund irgendeiner eingebildeten Angst. Du bist so ein Weichei. … Sie es ein, dich und deinen Output braucht wirklich kein Mensch. Niemand. Also geh einfach. Lass es gut sein. Hör endlich auf.“

SCHNAUZE!

Da ist sie wieder, diese negative Stimme, die mich in jeder nur denkbaren Situation ungefragt volllabert. Mal ist sie leiser, mal fürchterlich laut. Aber sie ist immer da.

An guten Tagen bemerke ich sie gar nicht. Wenn ich vor Energie und Optimismus nur so triefe dann bin ich frei. Frei von diesem Teufel in mir.

Aber an schlechten Tagen ist sie dauerpräsent. Oder habe ich vielleicht schlechte Tage, weil ich sie höre?

Sie. Die Stimme aus dem Kopf. In meinem Kopf. Ich kann mir nicht die Ohren zuhalten und weg ist sie. Diese Stimme ist einfach immer da.

Feind im Kopf

DER FEIND IN MEINEM KOPF

Ja, ich sollte mich annehmen wie ich bin. Komplett. Im Ganzen. Also auch diese Stimme. Aber ich kann es nicht. Nicht, weil ich nicht mit der Kritik und den Sticheleien leben könnte. Doch, das geht. Seit nunmehr 31 Jahren geht das. Mal besser, mal weniger gut.

Nein, warum ich diese Stimme nicht akzeptieren und annehmen kann ist, weil sie mich so müde macht. Sie macht mich träge. Es fühlt sich an, als würde sie meinen gesamten Kopf mit dreckiger, alter , grauer Watte füllen und alles, was ich sonst noch bin, was ich an mir mag, woran ich arbeite, ist irgendwo in diesen Wattebällchen eingequetscht und droht zu ersticken.

Es ist so dumpf. In meinem Kopf ist es dumpf. Ich höre Geräusche, von außen meine ich. Aber sie scheinen weit weg und erreichen mich nur langsam.

Irgendwie ist es auch in meinem Körper dumpf. Ich fühle mich… langsam, eingeschränkt, so, als wäre ich mit angezogener Handbremse unterwegs.

Nein. Bei bestem Willen, ich kann und will mich einfach nicht mit dieser Stimme anfreunden. Sie nimmt Besitz von mir wann immer es ihr passt. Zusammenarbeit? Mit ihr undenkbar. Ich brauche nichts und niemanden in meinem Leben was oder wer nicht an mich glaubt, mir stattdessen sogar noch Hindernisse in den Weg legt.

Feind im Kopf

MACH LÄRM

Ich brauche Lärm. Lärm durch Lautstärke. Lärm durch Bewegung. Lärm durch Aktivität. Und Lärm durch Ruhe. Ich brauche einen so ungeheuren Lärm, dass ich die Stimme in meinem eigenen Kopf nicht mehr hören kann.

Also meditiere ich. Oder gehe spazieren. Ich tanze durch die Gegend oder schreibe.

Heute schrieb ich nichts positives. Es ist der 10 Februar 2017. Ein Freitag. Die Sekunden auf der Uhr leiten das Wochenende ein. Zeit für Ruhe. Zeit für Lärm. Zeit für mich.


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