6:25 Uhr. Unter mir das dicke Polster auf meiner selbstgebauten Balkonbank. Neben mir ein großer Becher Kaffee und irgendwo mein Handy. Über mir der Blick auf eine dichte Wolkenbank.

Ich sitze auf meinem Balkon. So wie jetzt sitze ich seit über einer Woche hier. Jeden Morgen mache ich es mir, dank trockenem Wetters, hier draußen bequem. Lese. Denke nach, frühstücke und schaue in den Himmel.

Mich hier raus zu setzen ist neu. Ich habe das früher nicht gemacht. Als meine Morgenroutine immer mehr den Bach runter ging (dazu gerne ein anderes Mal mehr), wurde ich wieder zu einem Kurz-vor-knapp-Aufsteher und schaffte es oft gerade so, noch einigermaßen entspannt zu frühstücken.

Balkon

Es ist ja nicht so, dass ich es schön fand mich morgens müde aus dem Bett zu quälen weil ich zum einen viel zu spät schlafen ging und zum anderen dann auch noch schlecht und sehr unruhig schlief. Auch fand ich es alles andere als schön, mich dann so beeilen zu müssen. Für Entspannung = wach werden im eigenen Tempo war keine Zeit. Ich gab mir dafür keine Zeit.

Jetzt ist das anders. Mein Wecker klingelt zur Zeit wieder um 06:15 Uhr. Dann husche ich nur ganz kurz ins Bad für die Morgentoilette die immer alle so schön verschweigen (mal ehrlich jetzt, meine Blase würde platzen wenn ich vor allem anderen nicht erst einmal zum Klo gehe…), während der Kaffee schon vor sich hinbrodelt.

Dank kleiner Kaffeemenge ist dieser fertig sobald ich aus dem Bad bin und meine Bank mit dem Polster, einem Tablettbrett aka ein übrig gebliebenes Stück Holz, meinem Handy und dem Laptop oder einem Buch ausgestattet habe. Und so sitze ich da dann. Lese. Surfe. Trinke Kaffee. Checke Instagram oder poste ein neues Bild.

Nach der ersten Tasse mache ich mir mein Frühstück und setze mich mit diesem und einer zweiten Tasse wieder nach draußen. Jetzt ist Himmelszeit. Ich kaue und gucke hoch. Meistens beobachte ich dabei die Wolken und die vorbeifliegenden Vögel. Ich lausche den Geräuschen der wachwerdenden Stadt und versuche, nicht permanent in die Fenster der gegenüberliegenden Nachbarwohnungen zu luschern. Denn auch die werden so langsam wach.

Sobald ich gefrühstückt und den Morgen noch einen Moment lang genossen habe, räume ich meine Sachen weg und gehe ins Bad. Das ich mir jemals angewöhnen würde, mir die Zähne erst nach dem Frühstück zu putzen hätte ich auch wirklich nicht gedacht. Aber wenn man den ersten Becher Kaffee über den morgendlichen Zahnbelag laufen ließ, ja, dann geht’s eigentlich. Und das Gefühl mit wirklich sauberen Zähnen und frischem Atem aus dem Haus zu gehen ist einfach toll!

Wolken

Seit ich auf dem Balkon sitze, schminke ich mich morgens auch wieder. Dazu brauche ich meistens keine fünf Minuten. Ich decke nur ein wenig meine roten stellen am Kinn ab (welche man leider nach zwei Stunden wieder wunderschön sehen kann…) und schminke meine Wimpern. Wenn ich jetzt noch Lust habe, glätte oder flechte ich meine Haare, ansonsten dient mir das Zopfgummi täglich ganz gut um die Haare einfach aus dem Gesicht zu halten. Jetzt nur noch ein bisschen Duft aus einem meiner unzähligen Weihnachtsgeschenkparfümfläschchen und ich bin fertig.

Abgeschlossen wird meine neue Morgenroutine gegen 7:45 Uhr mit einem Kuss auf Daniels Stirn und den kitschigen, aber mir unglaublich wichtigen Worten „ich liebe dich“, die er in unverständlicher Sprache aber dafür um so süßere Art und Weise zurückmurmelt um dann ganz schnell weiter zu schlafen.

Mit diesem warmen Gefühl von Ruhe, gesättigt Sein und Liebe im Bauch mache ich mich dann auf den Weg zur Arbeit.

Guten Morgen

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